FOEJ Brandenburg

„Lausitzer Wege e.V.“, Grünewalde

Natur erleben - Geschichte kennen lernen

Seit 30. August 2005 zählt immer auch ein FÖJ-Teilnehmer für ein Jahr zu den 24 Mitarbeitern der Lausitzer Zeitreisen.
Grünewalde liegt am äußersten rechten Zipfel des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft, der diesen Status in den 1990erJahren erhielt. Gleichzeitig gehört das „grüne Wald-Dorf“ - auch sein sorbischer Name lautete früher so - seit 1994 als Ortsteilzu Lauchhammer. Mit fünf Touren ist die Stadt eingegliedert in das Radwegeprogramm, das den gesamten Landkreis Oberspreewald-Lausitz durchzieht. Neben Wald, Feld und Flur prägt entlang der Westseite das Wasser die Landschaft. Der Grünewalder Lauch ist seit 1977der schönste und beliebteste Badesee der Lauchhammeraner. Auch der gleichzeitig eingeweihte Campingplatz erfreut sich großer Nachfrage. Das waren die Anfänge der Seenplatte, die die Niederlausitz in der Tagebaunachfolge in wenigen Jahren prägen wird. Fast ideale Bedingungen für sanften Tourismus - nur ein Highlight fehlt gegenwärtig.1999 wurde der Verein „Lausitzer Wege“ gegründet, der die Idee aus der Taufe hob, in der ausgesprochen strukturschwachen Region mit Hilfe der Arbeitsförderung sich selbst zu helfen. Seit diesem Zeitpunkt wirken Menschen unterschiedlichster Fähigkeiten und Fertigkeiten daran mit, ein in weitem Umkreis einmaliges Projekt zu verwirklichen. Elan, Initiative und die Erlernung neuer Fähigkeiten sollen langfristig dazu führen, sich eigene Arbeitsplätze in der Tourismusbranche zu schaffen.
Zuerst musste die Idee, in einer Zeitreise Vergangenheit erlebbar zu machen, geistig Gestalt annehmen. Rund um den Schmalen See sollen Urlauberdörfer den Besuchern ermöglichen, Geschichte selbst zu erleben und zu erfahren, wie viel Kraft und Ideen man damals zum Überleben brauchte.
Unter möglichst zeitgetreuen Bedingungen entstehen ein Bronzezeit-Wall, ein Siedlungsbereich der Jäger und Sammler, eine Germanen- und eine Slawensiedlung, ein frühdeutsches Langhaus sowie ein mittelalterliches Handwerkerdorf.
Der Schmale See wird zukünftig das Zentrum aller einzelnen Ansiedlungen bilden. Menschen verweilten zu allen Zeiten da, wo es Wasser gab. Auch die Existenz dieses Sees ist ein Relikt des Kohleabbaus, ebenso die zur Nachnutzung freigegebene Trafostation. Zukünftig werden sie ganz andere „Rollen“ spielen.Die fast fertige Remise erhebt sich als Neubau im künftigen Eingangsbereich. Die „Latrine“, deren Grundriss sich im ausgeschachteten Boden erkennen lässt, ist das einzige Gebäude, welches trotz antiquiertem Namen allen Neuzeit-Ansprüchen genügen wird.
Viele Vorhaben stehen vorerst noch auf dem Papier, aber durch die Arbeit der FÖJler ist alles in eine Phase geraten, in der auch erste Ergebnisse vorgewiesen werden können.

Betreut werden die Ökis durch Annette Vietzke. Sie ist Diplomingenieur für Landespflege und zählt zu den engagierten Verfechterinnen des Projekts. Ein Öki in Grünewalde absolviert in seinem 12monatigen Einsatz, seinen offiziellen Seminarwochen, auch nicht nur Ökologie pur, sondern ein Spektrum verschiedenster Aufgaben.
Er begleitet die einheimischen Naturführer bei Projekttagen und lernt selbst eine Menge dabei. Nicht nur Kraniche, Haubentaucher und den seltenen Eisvogel kann man hier erleben, sondern auch die Feuchtbiotope am ehemaligen Welkteich, im Seewald und die in allen Naturschutzgebieten wachsenden seltenen Pflanzen erkennen und bestimmen.
Auch Biber sind in den Tagebaufolgelandschaften wieder heimisch geworden. Wissen in Regionalgeschichte gehört zwingend zum Gesamtprojekt.
Am besten gefällt den Ökis der aktive Part. Sie wirken mit beim Bau historischer Gerätschaften für das Mittelalter-Ferienlager, welches Mitarbeiter des Vereins seit drei Jahren organisieren oder sie schwitzen im Werkstattkeller und am Computer und erfinden dort immer wieder neue Mittel, um auch den Jüngsten des Ortes, im Kindergarten von Grünewalde, Natur und Geschichte der Region erlebbar zu machen.

Link: Lausitzer Wege e.V.

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