FOEJ Brandenburg

Gärtnerei Löwengarten
Selbstverwaltete Initiative zur regionalen Versorgung mit biologisch-dynamischen Lebensmitteln

Der Löwengarten ist eine kleine Gärtnerei in Pretschen im Unterspreewald. Sie wird finanziell getragen von einer Abnehmergemeinschaft in Berlin. Beide bilden zusammen die Versorgungsgemeinschaft. Verbunden durch die Vereinbarung, ein Jahr zusammen zu wirtschaften, zueinander zu stehen, miteinander durch dick und dünn zu gehen. Finanzielle Basis für den Betrieb sind die monatlichen Beiträge der Teilnehmer, die Erträgnisse des Betriebes werden, je nach Bedarf und Angebot, unter den Abnehmern verteilt. Diese Initiative darf als Ansatz gesehen werden, den gewöhnlichen, kommerziellen Versorgungsstrukturen (Naturkosthandel) eine gemeinschaftliche hinzuzugesellen, die sich in höherem Maße auf Vertrauen und menschliche Beziehungen gründet. Die gegenwärtige Lage der Weltwirtschaft spiegelt uns eine Vertrauenskrise wider. Da nicht zu erwarten ist, daß die Auswirkungen dieser Krise vor uns und unserem Umfeld haltmachen werden, besteht eine Notwendigkeit für die Schaffung von verläßlichen, nachhaltig und qualitätsorientiert arbeitenden - regionalen Wirtschaftsformen. Es ist das Gegengewicht, wie es die Globalisierung fordert, um nicht in die Katastrophe zu münden. Wir brauchen eine Gestaltung des Wirtschaftslebens nach den tats'ächlich vorliegenden Verhältnissen, ausgehend von den wesentlichen menschlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten. In der Versorgungsgemeinschaft wird dies realisiert durch ein Angebot (d.h. einen Anbau), der sich in Art und Umfang nach den Wünschen der Teilnehmer richtet. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die unterschiedliche finanzielle Leistungsfähigkeit des Einzelnen durch die Gemeinschaft ausgeglichen wird. Die gemeinschaftliche Basis entspricht auch am ehesten den Erfordernissen der Landwirtschaft. Sie war von jeher Gemeinschaftsaufgabe, was nur im Zuge ihrer Industrialisierung (und Verödung) aus dem Blick geraten ist. Die vielfältigen Aufgaben, die die Kultivierung der Erde unter Berücksichtigung der Ökologie mit sich bringt, sind nur in Gemeinschaft wirklich zu bewältigen. Die Menschen haben, genau besehen, ein Bedürfnis nach solcher Betätigung. Sie ist die Grundlage unseres Realitätsbezuges. Aus diesen Gründen verpflichten sich die Teilnehmer der Versorgungsgemeinschaft auch, in geringem Umfang bei der praktischen Arbeit mitzutun. Anspruch in der landwirtschaftlichen Arbeit ist es, Nahrungsmittel in bestmöglicher Qualität zu erzeugen. Dafür erscheint uns die biologisch-dynamische Arbeitsweise die geeignetste. In Verbindung mit einer sorgfältigen Saatgutauswahl und dem hohen Frischegrad (zwischen Ernte und Verteilung des Gemüses liegt in der Regel nicht mehr als ein Tag) können wir ein Qualitätsniveau anbieten, dass deutlich über dem des Naturkosthandels liegt.

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